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Österreichische Liga für Präventivmedizin – ÖLPM

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
 
 
   

Augenkrankheiten

Vermehrte Computerarbeit, genetische Disposition sowie Diabetes, vor allem aber die steigende Lebenserwartung führen dazu, dass immer mehr Menschen eine Augenkrankung entwickeln. Zwar haben sich die therapeutischen Möglichkeiten über die letzten Jahre eindrucksvoll weiterentwickelt; ihr Erfolg hängt aber nach wie vor von einer möglichst frühen Diagnose ab.
Neben dem Grünen Star zählen die diabetische Retinopathie und die altersbedingte Makuladegeneration zu den häufigsten Erblindungsursachen in Österreich. Hier eine Übersicht über Therapie- und Präventionsmöglichkeiten:

a. Grüner Star (Glaukom)

Beim Grünen Star werden die Sehnerven kontinuierlich geschädigt. Das führt zu einer Einschränkung des Gesichtsfelds. Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Grünen Stars ist ein erhöhter Augendruck. Nebenrisikofaktoren sind genetische Veranlagung, höheres Alter, höhere Kurzsichtigkeit, Migräne und spezielle andere Augenveränderungen. Üblicherweise wird der erhöhte Augendruck subjektiv nicht als schmerzhaft wahrgenommen, sodass nach meist zehn bis 15 Jahren eine schleichende Verschlechterung des Sehvermögens eingetreten ist.

Das Glaukom ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. Wichtig sind deshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen des Sehnervs und des Gesichtsfeldes ab dem 45. Lebensjahr. Das Glaukom kann sehr gut mit unterschiedlichen Augentropfen oder mit Laser behandelt werden. Auch Operationen, die bei einer Verschlechterung trotz Lokaltherapie durchgeführt werden, können den Krankheitsprozess stoppen.


b. Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Erblindungsursache im erwerbsfähigen Alter

zwischen 20 und 65 Jahren. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Schädigung der kleinen Blutgefäße im Auge. Dies führt einerseits zum Verlust des Scharfsehens und der Lesefähigkeit, andererseits zum Wachstum neuer Blutgefäße im Auge. Das Endstadium der diabetischen Retinopathie ist eine Glaskörperblutung und Netzhautabhebung, was zur Erblindung führt.

Die Standardtherapie ist derzeit neben einer guten Blutzucker- und Blutdruckeinstellung die Lasertherapie der Netzhaut, die aber nur zu etwa 50% eine Verschlechterung verhindern kann. In den letzten Jahren werden zunehmend Medikamente, die ins Auge injiziert werden, für die Behandlung getestet. Erste Studien zeigen einen viel versprechenden Effekt, besonders mit speziellen Gefäßwachstumshemmstoffen. Der Nachteil dieser Medikamente ist derzeit noch die relativ kurze Wirkdauer und damit die Notwendigkeit wiederholter Behandlungen.

In der operativen Behandlung der Glasköperblutung und Netzhautabhebung ist es in den letzten Jahren zum Einsatz revolutionärer Techniken gekommen. So werden diese Operationen in vielen Fällen mit Instrumenten mit einem Durchmesser von nur mehr knapp 0,5 mm durchgeführt, was eine nahtlose und damit für den Patienten schonendere Behandlung mit kürzerer Rehabilitationszeit erlaubt. Erprobt werden derzeit auch Behandlungen mit Medikamenteninjektionen, die gegebenenfalls eine größere Operation in Zukunft vermeiden helfen.

Ein frühzeitiger und regelmäßiger Besuch beim Augenarzt kann vielen Diabetikern das Augenlicht erhalten.

c. Altersbedingte Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration betrifft nur das Zentrum der Netzhaut, die Makula, die die Stelle des schärfsten Sehens darstellt. Das periphere Gesichtsfeld bleibt erhalten. Ein besonderer Risikofaktor für die altersbedingte Makuladegeneration ist Rauchen:
Raucher haben gegenüber Nichtrauchern ein vierfach erhöhtes Risiko, im Alter daran zu erkranken.

Die altersbedingte Makuladegeneration ist derzeit die häufigste Erblindungsursache im

fortgeschrittenen Lebensalter. Im Unterschied zum Grauen Star (siehe unten) kann das Sehvermögen nicht durch eine Operation wieder weitgehend völlig hergestellt werden. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter an und beträgt bei Menschen über 75 Jahren bereits über 18%. Insgesamt sind derzeit rund 125.000 Österreicher betroffen.
Die operative Behandlung stellt heute die zweithäufigste Augenoperation nach der Kataraktoperation dar. Leider ist eine wiederholte Behandlung mit

Gefäßwachstumshemmstoffen notwendig, sodass derzeit Kombinationsbehandlungen mit mehreren Wirkstoffen oder in Kombination mit einer lokalen Bestrahlung der neuen Blutgefäße in Entwicklung sind.

d. Grauer Star (Katarakt)

Unter Grauem Star versteht man eine Linsentrübung, die zu „nebeligem" oder „verschleiertem" Sehen führt. Es kommt zu einer Herabsetzung der Sehschärfe und des Kontrastes verbunden mit einer Störungen des Farbsinns und verstärktem Blendungsempfinden. Der Grauer Star ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung, kann jedoch in Ländern mit guter medizinischer Versorgung operativ sehr gut behandelt werden. Der Graue Star betrifft in erster Linie ältere Menschen; rund 99% der über 65-jährigen erkranken daran.  

Die Operation gegen den Grauen Star, bei der die Linse mit Ultraschall zerstäubt und abgesaugt wird, ist der weltweit häufigste und erfolgreichste Eingriff in der Chirurgie. Sie wird in Österreich bei ungefähr 55.000 Augen, meist in lokaler Betäubung, durchgeführt. Zunehmend wird der gesamte Prozess tageschirurgisch abgewickelt, was für die Patienten vorteilhaft ist. Komplikationen sind selten. Ein eventuell nach Jahren auftretender Nachstar kann sehr gut mit Laser entfernt werden.

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Augenerkrankungen vorbeugen

Wie wichtig das Augenlicht ist, wird einem oft erst bewusst, wenn erste Sehschwierigkeiten auftreten. Vorbeugend etwas für seine Augen zu tun, lohnt sich in jedem Fall – besonders aber dann, wenn Ihre Augen bereits belastet sind. Neben regelmäßigen Augen-Voruntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr – bei genetischer Vorbelastung schon ab dem 40. Lebensjahr – werden Ihnen Ihre Augen folgende Maßnahmen danken:

· Arbeiten Sie vor einem Computer? Wenn ja, machen Sie häufig kurze Bildschirmpausen und arbeiten Sie so wenig wie möglich bei künstlichem Licht. Achten Sie in jedem Fall auf ausreichende Helligkeit, bedenken Sie aber, dass auch vom Bildschirm selbst viel Licht ausgeht. Der Bildschirm sollte auf keinen Fall direkt gegen ein Fenster positioniert sein.

· Kaufen Sie nur Sonnenbrillen mit ausreichendem UV-Schutz und vermeiden Sie aggressives Sonnenlicht, z. B. um die Mittagszeit im Sommer.

· Rauchen Sie nicht! Das vermindert die Durchblutung im Auge.

· Machen Sie ausreichend Bewegung!

· Sind Sie Diabetiker? Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen sowie Blutzucker und Blutdruck kontrollieren.

· Lüften Sie Räume häufig und verwenden Sie im Winter Luftbefeuchter, damit die Augen nicht austrocknen!



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