ÖLPM - Impfen
 
 
 
 
 
 
   
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Österreichische Liga für Präventivmedizin – ÖLPM

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
 
 
   

Vorbeugen ist besser als Heilen.

Daher:
Infektionskrankheiten vorzubeugen ist besser und billiger als sie zu heilen.


Die Wohlfahrtsstiftung "Fürs Leben" des Arbeitersamariterbundes Österreich bietet finanziell schwachen Familien Hilfestellung bei der Pneumokokkenimpfung. Infos siehe Link.

Infektionskrankheiten sind noch nicht beseitigt und wieder im Vormarsch. Sie können in jedem Lebensalter auftreten.

Infektionskrankheiten im Erwachsenenalter können Invalidität, Übersterblichkeit, Tod und Schäden beim ungeborenen Kind verursachen (z.B.: Influenza, Diphtherie, Röteln, Hepatitis, FSME = Frühsommermeningoencephalitis).

Die Empfehlung, einen Dauerschutz durch das Durchmachen der Erkrankung im Kinder- und Erwachsenenalter zu erreichen, ist unverantwortlich.

Es gibt verschiedene Formen der Vorbeugung:

1. Vorbeugung durch Medikamente
(Chemoprophylaxe) ist nur kurzfristig möglich (z.B.: Malariaprophylaxe).
2. Vorbeugung durch Vermeiden vom Schädlichkeiten
(Expositionsprophylaxe) ist wichtig , aber nicht immer möglich.
3. Vorbeugung durch spezifische Maßnahmen
(gegen ganz bestimmte Erreger gerichtet) ist sehr wirkungsvoll und auf breiter Basis in Form von Immunisierungen verfügbar.
4. Passive Immunisierung
Zufuhr von Schutzstoffen ( Immunoglobulinen ).
Wirkt schnell, aber nur kurzfristig.
5. Aktive Immunisierung / Impfung
Zufuhr von unschädlich gemachten Erregern.
Langfristiger Schutz durch Abwehrstoffe, die der Körper selbst bildet.

Impfungen zählen zu den wirksamsten Vorbeugungsmaßnahmen.

Unser Gesundheitssystem ist an der Grenze der Finanzierbarkeit angelangt.

Vorbeugungsmaßnahmen, insbesondere auch Impfungen, sichern die Gesundheit und sparen damit Kosten ein.

Impfungen sind eigentlich Maßnahmen der Alternativmedizin, da ihre Wirkung auf der Stimulierung der natürlichen Abwehrkräfte beruht. Sie sollen Kindern, ebenso aber Erwachsene jeden Alters zugute kommen.

Die Herstellung moderner Impfstoffe gehört heute zu den genauest überprüften Verfahren in der Medizin.

Impfungen sind heute ein wesentlicher, besonders kostengünstiger und äußert wirksamer Bestandteil der modernen Medizin.

Impfungen im Erwachsenenalter werden leider vielfach vernachlässigt!


13-valenter Impfstoff gegen Pneumokokken zugelassen

Gegen Pneumokokken gibt es ab sofort einen neuen Impfstoff für Babys, der gegen 13 der 14 häufigsten Pneumokokken-Typen wirksam ist.

Pneumokokken sind Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) übertragen werden und schwere Erkrankungen auslösen können. Dazu zählen unter anderem Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung. Kinder unter zwei Jahren und ältere Menschen sind besonders gefährdet, an Pneumokokken zu erkranken.

Erstes Indiz für eine schwere Pneumokokken-Erkrankung ist rasch auftretendes hohes Fieber. In weiterer Folge treten u. a. Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen und Nasennebenhöhlenentzündung auf. Schwere Verläufe sind bei Pneumokokken zwar selten, können aber lebensbedrohlich sein. Bei Verdacht auf eine Pneumokokken-Erkrankung sollte daher sofort ein Arzt gerufen werden.


Verschiedene Bakterienstämme

Pneumokokken sind eine heterogene Bakteriengruppe mit vielen verschiedenen Stämmen. Während einige Stämme bzw. Serotypen eher banale Atemwegsinfekte auslösen, können andere lebensbedrohlich werden. Aktuelle „Problemkeime" bei den Pneumokokken sind etwa Serotyp 19A und Serotyp 3, die im aktuellen 7-fach-Impfstoff, der seit 2001 zur Verfügung steht, nicht enthalten sind. Serotyp 19A ist ein häufiger Verursacher schwerwiegender invasiver Pneumokokken-Erkrankungen (Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung, Blutvergiftung) sowie akuter Mittelohrentzündung. Er weist bereits in vielen Ländern eine multiple Antibiotikaresistenz auf und ist daher schwierig zu behandeln. Serotyp 3 ist der in Österreich am häufigsten auftretende Serotyp. Durch die sechs zusätzlichen Stämme im neuen 13-fach-Impfstoff wird für die Altersgruppe der unter Zweijährigen eine Abdeckrate von ca. 90 Prozent für invasive Pneumokokken-Erkrankungen erwartet.
Impfschema

In Österreich wird der Pneumokokken-Impfstoff vom Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates für alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat bis zum vollendeten fünften Lebensjahr empfohlen. Er kann parallel mit dem Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge dreimal vom jeweils dritten bis zum sechsten Lebensmonat geimpft werden, wobei eine nochmalige Auffrischungsimpfung im 2. Lebensjahr erforderlich ist. Erfolgt die erstmalige Impfung nicht in den ersten sechs Lebensmonaten, sind weniger Impfdosen notwendig (Link Impfplan).

Die Kosten für den Impfstoff werden derzeit nur für die Gruppe der Risikokinder übernommen. Zu dieser Gruppe zählen u. a. Frühgeborene, Kleinkinder mit Immundefekten oder chronischen Krankheiten sowie Kinder und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht. Kinder, die bisher den 7-fach-Impfstoff erhalten haben, können zu jedem beliebigen Impftermin auf den neuen 13-valenten Impfstoff umgestellt werden.




Impfung von Patienten mit Gerinnungsstörungen bzw. "Blutverdünnung"

Alle Patienten mit Gerinnungsstörungen, aber auch die, die Marcoumar zur Verlängerung der Gerinnungszeit ("Blutverdünnung") bekommen, können und sollen alle Impfungen erhalten.
Für Erwachsene heißt das, dass sie gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Pertussis (Keuchhusten), aber auch gegen Influenza, Pneumokokken und gegen Hepatitis A und B geimpft werden sollen.
Am günstigsten ist es, am Oberarm in den Deltamuskel zu impfen, wo notfalls auch leicht ein Druckverband angelegt werden kann. Man soll eine relativ dünne und lange Nadel verwenden und sehr langsam spritzen.
Erfahrungsgemäß werden auch bei Marcourmar-Patienten Impfungen gut vertragen. Wenn man - auch aus juristischer Sicht - ganz sicher gehen will, sollte der Quick-Wert vor der Impfung überprüft werden.

Dr. Ute Quast, Deutsches Grünes Kreuz
gekürzt und modifiziert von Prof. DDr. E.G. Huber, Österreichisches Grünes Kreuz


Impfen ist nicht nur Kindersache!

Durch eine überstandene Infektionskrankheit erwirbt man meist eine mehr oder weniger lange bis lebenslange Immunität gegen diese Krankheit. Da die Primärkontakte normalerweise in den ersten Lebensjahren erfolgen, erkrankt man in der Kindheit und die immunen Erwachsenen haben daher Masern, Mumps, Poliomyelitis (KINDERlähmung) usw. „Kinderkrankheiten“ genannt. Für deren Behandlung, aber auch für deren Verhütung ist natürlich der Kinderarzt oder Hausarzt zuständig. So entstand der Eindruck, dass Impfungen – ausgenommen Tetanus, FSME und Reiseimpfungen – ein Problem der Kinder und deren Ärzte sind.

DEM IST ABER NICHT SO

Durch besondere Umstände können auch Erwachsene, die noch niemals Kontakt mit dem Krankheitserreger und somit keine Gelegenheit hatten, sich zu immunisieren, bzw. durch einen lange zurückliegenden Antigenkontakt die Immunität verloren haben, erkranken.
Mit aller Deutlichkeit hat dies der Koreakrieg (1950-1953) bewiesen, als es noch keine Impfung gegen Poliomyelitis gab. Die US-Soldaten, in besten hygienischen Verhältnissen aufgewachsen, waren daher nicht immun und erkrankten serienweise an Poliomyelitis. Im Vietnamkrieg dagegen gab es bereits die Impfung und daher auch keine Poliofälle unter den amerikanischen Truppen.
Damit ist bewiesen: Poliomyelitis ist keine KINDERlähmung, sondern eine Infektionskrankheit, an der unabhängig vom Alter jeder erkranken kann, der nicht durch Wildinfektion oder Impfung immun ist. Dasselbe gilt für Masern, Mumps, Röteln, Varizellen und, wie man jetzt weiß, auch für Pertussis.
Neben den vermeintlichen „Kinderkrankheiten“ sind aber auch für viele internistische Patienten (chronisch Kranke und über 60-jährige) die Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken besonders wichtig.
Es gilt daher:
  • Vorsorgen ist besser als Heilen
  • Die Verhütung von Infektionskrankheiten lohnt sich
  • Impfungen bieten dazu die beste Möglichkeit

Laut WHO soll jeder Arztkontakt benützt werden, um den Impfstatus zu überprüfen und zu vervollständigen !

Gegen Pneumokokken gibt es ab sofort einen neuen Impfstoff für Babys, der gegen 13 der 14 häufigsten Pneumokokken-Typen wirksam ist.

Stellungnahme des Österreichischen Grünen Kreuzes für Vorsorgemedizin zu Kombinationsimpfstoffen

Das Österreichische Grüne Kreuz (ÖGK) ist eine Vereinigung österreichischer Ärzte für Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsaufklärung. Das ÖGK sieht in der Vorsorgemedizin den Weg schlechthin für eine moderne Gesundheitspolitik. Das ÖGK ist unabhängig von Behörden, Parteien und Firmen. Das bedeutet, dass wir in keiner Weise weisungsgebunden sind, dass wir nicht parteipolitisch, wohl aber gesundheitspolitisch tätig sind und dass wir zwar mit der Pharmaindustrie als Partner zusammenarbeiten, in keiner Weise aber abhängig sind.

Beim jährlichen Impfsymposium besprechen wir alle Möglichkeiten und geben auch der Industrie unsere Wünsche bekannt, z.B. die Einführung konjugierter Vakzinen, bzw. deren Ausweitung, z.B. konjugierter Meningokokken A-Impfstoff oder Pneumokokken-Impfstoff 11-fach statt 7-fach. Wenn ein solcher Wunsch erfüllt wird, setzen wir uns natürlich auch für dessen Implementierung ein.

Die Arbeitsgruppe „Impfen“ innerhalb des ÖGK arbeitet eng mit dem Imfpausschuss des OSR und den Impfausschüssen der medizinischen Fachgesellschaften, aber auch mit den Vertretern der Gesundheitsbehörden des Bundes und der Länder und ebenso mit Ärzte- und Apothekerkammer zusammen. Für uns sehr erfreulich ist es, dass in jüngster Zeit auch mit dem Hauptverband eine gute Gesprächsbasis gefunden werden konnte.

Selbstverständlich kooperiert die Arbeitsgruppe „Impfen“ des ÖGK mit unseren Forschungsinstituten. Es sind dies das ÖGK Forschungsinstitut für Infektions-epidemiologie (Kollaritsch, Wien), Impfsicherheit (Zwiauer, St. Pölten) und Impfimmunologie (Grubeck-Loebenstein, Innsbruck).

Das ÖGK steht – trotz guter Kontakte - zu allen einschlägigen Firmen auf Äquidistanz und verhält sich völlig neutral. Wir befürworten eine Schutzimpfung, nicht aber ein bestimmtes Präparat, es sei denn, dass wissenschaftlich erwiesene Unterschiede bestehen, die uns zu einer bestimmten Aussage verpflichten.

Bezüglich der Ausschreibung von Impfstoffen hat das ÖGK seit Jahren einen unveränderten und unverrückbaren Stand:

Für die österreichischen Kinder ist der beste Impfstoff gerade gut genug. So soll z.B. grundsätzlich einem thiomersalfreien Impfstoff der Vorzug gegenüber einem thiomersalhältigen gegeben werden. Eine Forderung, die erfreulicherweise in der letzten Zeit bereits weitgehend erfüllt wird.

Grundsätzlich muss bei der Beurteilung eines Kombinationsimpfstoffes die Gesamtheit des Impfstoffes und nicht eine einzelne Komponente in Betracht werden.

Wenn bei einer Schutzimpfung von verschiedenen Anbietern zahlreiche Impfstoffe zur Verfügung stehen, wie dies bei Influenza der Fall ist, besteht kaum die Gefahr einer Monopolbildung. Wohl aber ist dies der Fall bei der bundesweiten Ausschreibung für den Kombinationsimpfstoff für Säuglinge. Wenn zwei Impfstoffe hinsichtlich Wirkung und Verträglichkeit den Zulassungsauflagen entsprechen, ist es aus verschiedenen Gründen nachteilhaft, nur einen Impfstoff zu bestellen. Auf diesen Umstand hat der Impfausschuss des OSR bereits mehrmals hingewiesen und das ÖGK schließt sich dieser Meinung vollinhaltlich an.

Wäre es nicht auch eine gute Idee, von den Bieterfirmen zu erfragen, was sie für die Aufklärung von Ärzten und Apothekern über den Impfstoff und für die Aufklärung der Bevölkerung über die Notwendigkeit der Impfung bereit sind zu tun.

Das Österreichische Grüne Kreuz ist auf vielen Gebieten der Prävention tätig, wie auch auf unserer Homepage im Internet nachzulesen ist. Zu einer der wichtigsten Aufgaben gehört freilich die Infektionsverhütung, besonders durch Schutzimpfungen. Dies erklärt unser besonderes Engagement auf diesem Gebiet.



 

Dokumente zum Download:

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Der richtige Umgang mit Impfstoffen

 

 

Pneumokokken

 

 

Impfungen und Quecksilber

 

 
 Broschüre Impfen? Aber sicher!  



 

Weiterführende Links:

Wohlfahrtsstiftung "Fürs Leben"
 
 
ÖGK für Gesundheit GmbH | Vereinigung zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsaufklärung |
Hellbrunnerstraße 1a | A-5081 Anif | Tel: +43 (0) 662/632940 | Fax: +43 (0) 662/641516