ÖLPM - Zahn
 
 
 
 
 
 
   
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Österreichische Liga für Präventivmedizin – ÖLPM

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
 
 
   
Die Zähne

Sind in einer Zahnreihe angeordnete, sich zweimal bildende Körperorgane, mit den Hauptfunktionen Nahrungszerkleinerung und Lautbildung – und entwicklungsgeschichtlich ein Anhangsgebilde der Haut.
Seine festen Bestandteile und deren Eigenschaften sind:

Der Schmelz:
härteste aber auch sprödeste Zahnhart- und Körpersubstanz
zu 96-98 % aus anorganischen Substanzen bestehend
Schmelz ist im Gegensatz zu Dentin nicht regenerierbar
die kritische Grenze für die Kariesentstehung liegt für Schmelz bei pH 5,5–5,7
Das Dentin:
zu 72 % aus anorganischen Stoffen bestehend
er ist durchzogen von "Tomesschen Fasern" (Odontoblastenfortsätze), die in den Dentinkanälchen verlaufen
von den Odontoblasten kann bei Bedarf Dentin nachgebildet werden
die kritische Grenze für die Kariesentstehung liegt für Dentin bei pH 6,3–6,5
Der Zement (die Zahnwurzel bedeckend):
besteht zu 65 % aus Hydroxylapatit
Durchwachsen ist er von den Sharpey-Fasern, die ihn über die Zahnwurzelhaut mit dem Alveolarknochen verbinden (federnde Aufhängung)
Im Inneren des Zahnes befindet sich die weiche Pulpa (= Zahnmark o. laienhaft "Zahnnerv") mit den Eigenschaften:
Die Pulpa:
unterteilt in Kronenpulpa und Wurzelpulpa; letztere besitzt Seitenkanälchen, welche Pulpenausläufer darstellen und eine Verbindung mit dem Zement der Wurzel herstellen
das Grundgewebe ist ein gallertiges Bindegewebe, mit einem Netz aus Blut- und Nervgefäßen
die engste Stelle der Pulpa befindet sich am Foramen apicale: Es ist die Zufluss- und Versorgungsöffnung des Zahnes für die Pulpa
ihre Aufgabe besteht in der lebenslangen Bildung von Dentin, der Ernährung von Teilen des Zahnes und einer Schmerzempfindung auf thermische, chemische, osmotische und mechanische Reize (Vitalität)
Das System "natürlicher Zahn" hat nur deswegen eine so hohe Dauerfestigkeit - die höchste im menschl. Organismus -, weil die verschiedenen Werkstoffe Dentin und Schmelz ein ausgezeichnetes Verbundsystem darstellen.

Menschl. Zähne durchbrechen den Kiefer im Laufe des Lebens zweimal (Dentition). Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt (Polyphyodontie). Bei fast allen Säugetieren findet lediglich einmal im Leben ein Zahnwechsel statt, die sog. Dyphyodontie:

Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 Backenzähne),
das bleibendes Gebiss besitzt mit den Weisheitszähnen 32 Zähne (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 kleine Backenzähne, 12 große Backenzähne).
Die Zahnfarbe ist bei den Milchzähnen kreidig weiß, bei den bleibenden Zähnen alterabhängig und rassebedingt.

Zähne waren in der Entwicklungsgeschichte einzeln stehende, hochkronige Zapfen, die zum Zerkauen von Tierknochen und Pflanzenfasern dienten und auf Abrieb ausgerichtet waren. In einer weiteren Stufe wuchsen die Zapfen in Gruppen zu Zähnen zusammen und entwickelten durch gegenseitige Abstützung mehr Festigkeit. Die Zähne der Säugetiere stellten sich schließlich auf das Reißen von Fleisch und dadurch auf die Nutzung von tierischem Eiweiß ein. Die aus dem Tierreich zuweilen bekannte Neubildung von Zähnen über die existierenden Dentitionen hinaus existiert beim Menschen nicht.
 
 
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